Sommerfrische des Adels. Geheimtipp für Ruhesuchende. Königin des Honigs und des hochprämierten Olivenöls. Und ein quasi im Meer gelegener Vorort der quirligen Stadt Split: Auf der Insel Šolta bestimmen die Grillen die Geräuschkulisse, und Massentourismus gibt es nicht …
Šolta in Fakten
Kaiser, Kirche, Partisanen & Piraten
Solta ist mindestens seit 6000 v.Chr. bewohnt. Aus der Prähistorie sind noch einige „bunjas“ erhalten – fensterlose runde Steinhäuschen nach Art der italienischen „trulli“, in denen einst die Werkstätten oder Ställe der Bauern eingerichtet waren. Fast 1000 Jahre, bis ins 6. Jahrhundert, beherrschten die Römer die Insel – sie gaben ihr den Namen „Insula Solentii“ („Insel der Sonne“)
Mehr als ein halbes Jahrtausend lang war Solta Plünderungen ausgesetzt – erstmals schriftlich festgehalten ist der Überfall der berüchtigten Piraten von Omis im Jahr 1240. Zum letzten Mal überfielen Piraten die Insel im Jahr 1810. Vom 14.Jahrhundert bis 1905 wurde die Insel vom Adel aus Split beherrscht – sie diente den adeligen Familien als Rohstofflieferant. Weil der Freikauf von der Adelsherrschaft sich langwierig gestaltete, wanderten ab der Hälfte des 19. Jahrhunderts immer mehr Inselbewohner aus - viele nach Australien oder Amerika. Solta behielten die Auswanderer aber im Herzen: Sie unterstützten aus der Ferne Projekte in ihrer Heimat, was der kleinen Insel um 1900 einen Bauboom einbrachte
In Piskera, im hinteren Teil der Bucht des Ortes Necujam (gespr. Nätschujam), soll der römische Kaiser Diokletian eine Fischfarm betrieben haben – um immer reichlich Fisch für seine Orgien im gigantischen Palast in Split zu haben. In Diokletians Alterssitz ist heute der Altstadtkern der Stadt Split. Der Kaiser starb dort im Jahr 254 n.Chr.
1941 wurde Solta während des Zweiten Weltkrieges von Italien besetzt. Einige Inselbewohner gründeten daraufhin ein Volksbefreiungskomitee und setzten sich als Partisanen zur Wehr – die Folge war eine massive Vertreibung der Einwohner: Am Ende des Krieges lebte ein halbes Jahr lang kein Mensch auf der Insel. Als der Staat Jugoslawien gegründet wurde, mussten alle Bootsbesitzer auf Solta ihre Segel abgeben – man fürchtete, dass die Partisanen unter ihnen sonst vor ihrer Verurteilung von der Insel flüchteten
Zunächst einmal: Es droht keine Gefahr. Auf Solta sind die Tiere so friedlich (oder friedlicher?) wie die Soltaner. Aber es gibt sie natürlich. Neben den unüberhörbaren, sehr fleißigen, aber zumeist unsichtbaren Grillen sind als nächstes die Fasane zu nennen. Die hört man nicht nur, man sieht sie auch - vor allem morgens, wenn Menschen noch schlafen sollten, stolzieren sie gelassen durch Olivenhaine und private Gärten (sie mögen leider sehr gern die Erdbeeren im Garten der Villa Nusa).
Größer und schon eher Achtung gebietend: die Wildschweine. Sie gehen Menschen aber aus dem Weg, zum Glück. Es gibt außerdem Hasen, Und 100 verschiedene Vogelarten, von denen eine zum Beispiel dem Club in Necujam seinen Namen gab: "Choovita" heißt der Club, "cuk" (gesprochen: tschuck) nennen die Kroaten die Zwergohreule liebevoll. Sie ist übrigens das offizielle Symbol der Insel Solta.
Necujam: Der Ort Necujam liegt auf der Nordseite der Insel – genau gegenüber von Split. Der Ortsname kommt von den angeblich häufigen Ausrufen von Besuchern, die hier die absolute Ruhe beeindruckte: “Ne cujem”, riefen sie und meinten: “Ich höre nichts!" In Necujam gibt es acht sehr schöne kleine Sandbuchten. Tipp: Spazieren gehen in Necujam – und die Stille “hören”
Maslinica (14 km ab Villa Nusa): Auf der Westseite gelegener Ort, vor dem sich die Gruppe der sieben kleinen Inseln von Solta befindet – wegen seiner Lage gilt der Ort als einer der schönsten in der Adria. Der Name heißt übersetzt “Olive” und erinnert an die Zeit, als hier noch vor allem Olivenanbau betrieben wurde. Tipp: abends hinfahren! Das kleine Dorf ist für seinen Sonnenuntergang berühmt - und anschließend lässt es sich fürstlich speisen im ehemaligen Schloss der Spliter Adelsfamilie Marchi, heute ein wunderschönes Luxushotel (5 Sterne) mit einem sehr empfehlenswerten Restaurant
Stomorska (10 km ab Villa Nusa): Steil geht es für Häuserbesitzer in Stomorska nach oben - der Ort ist den Berg hinauf entstanden. "Unten", am Meer, bietet der "Africa Beach" eine kleinkindgeeignete Bucht nebst fröhlicher Beachbar. Wer den Weg am Meer von dort weiter geht, der kommt zu einer herrlichen Naturbucht. Tipp: Im "Sweet Pub" gleich am Ortseingang gibt es lecker Kuchen und gute Musik!
Grohote (7 km ab Villa Nusa): Das Inselzentrum bietet viel - und mehr als nur praktische Dinge: Neben Feuerwehr, Ambulanz, Kirche, Apotheke und diversen Supermärkten (Konzum, Studenac, Pivac) gibt es nette Cafes wie etwa das "Buffet", das Restaurant "Momcin Dvor", die Galerija Bratske Kuce mit wechselnden Ausstellungen - und, einmal runter an unzähligen Olivenhainen vorbei zum Meer, mit der Bucht Sumplijvina einen sehr hübschen Meereszugang mit Waldkulisse
Gornje Selo (4,7 km ab Villa Nusa): Uralte Steinhäuser, Spazierwege zu Traumausblicken - und eines der besten Olivenöle der Welt: Das "Olynthia Olive Oil" ist mehrfach ausgezeichnet worden. In Gornje Selo kann man sich die Olivenpresse ansehen und neben dem Öl auch köstliche andere Delikatessen shoppen (siehe auch "Tipps für Feinschmecker")
Rogac (8 km ab Villa Nusa): Hier kommt man an - Rogac heißt übrigens übersetzt Johannisbrotbaum, und der wächst üppig auf der ganzen Insel. Neben dem Fähren- und Katamaran-Halt bietet Rogac hübsche Kiesbuchten, ein Cafe direkt im Hafen - und einen besonderen Meeerzugang unter der Autostraße: Wer sich von der Fähre aus rechts hält und die Autostraße ein Stück hochgeht, findet zum Meer hin Treppen und einen Naturpfad zur wohl kreativsten Bucht Dalmatiens: Hier haben Künstlerinnen ein wunderbares Gemälde an die Natursteinmauern gezaubert
Solta schmeckt - und zwar nach Honig, Feigen, weltbestem Olivenöl, fangfrischem Fisch, wildem Spargel, duftendem Rosmarin und tiefrotem Wein.
Beginnen wir mit den Feigen: Sie wachsen allüberall (auch im Garten der Villa Nusa). Ab Mitte Juli sind die ersten Feigensorten reif - bei Spaziergängen über die Insel sollte man stets ein Tütchen bei sich haben, um aufs Pflücken vorbereitet zu sein.
Gleiches gilt für allerlei Gewürze. Wilder Rosmarin wächst in jedem Garten und an jedem Weg, wilden Salbei findet man in den Naturbuchten der Insel. Wer den Osterurlaub auf Solta verbringt, der kommt in den Genuss von wildem grünen Spargel - sofern er ihn findet. Denn das vitaminreiche Gemüse versteckt sich gern in Olivenhainen. Tipp: Kroatische Nachbarn um Hilfe bei der Suche bitten!
Kommen wir zum Honig. Es gibt viele Bienen auf Solta, weil es immer noch viel unberührte Natur gibt. Den Honig kann man kaufen - bei Tvrdic. Er duftet nach allem, was auf der Insel wächst. Ein hervorragendes Mitbringsel.
Info: Home
In New York werden die Olivenöle der Welt getestet und prämiert. Und die Preisrichter dort wissen genau, wie man Solta ausspricht, denn das Olivenöl der Insel räumt bei den Awards regelmäßig ab. Der Award-Winner Olynthia sitzt in Gornje Selo - dort kann man Öl probieren und testen und die Geschichte des Olivenpressens bei geführten Ausflügen in Olivenhaine erfahren. Das Öl der Insel ist besonders rein - warum, erfährt man in Gornje Selo.
Info:
Croatian Brands Win Big in New York - Olive Oil Times
Im glasklaren Meerwasser rund um Solta tummeln sich alle möglichen Fische - und glücklich der, auf dessen Teller einer landet. Wer das nicht Fortuna überlassen möchte, der geht ins Restaurant - am besten in eines, das so nah dran am Meer, am Fang und am einfachen Genuss ist wie nur möglich. Genau das bietet die Humarus Fish Farm. Man muss gut aufpassen, um kurz vor dem Ort Maslinica das Schild am Straßenrand nicht zu verpassen. Dann geht es runter zu den Wellen und ein paar Tischen und Stühlen aus Holz - und zu Igor, der den Fisch und Muscheln, beides von ihm persönlich gefangen, für die wenigen Gäste grillt, die hier Platz finden. Igor öffnet nur in der Saison. Und nur, wenn seine Angeltour erfolgreich war. Wer sicher gehen will, ruft an und reserviert.
Info: Humarus Fish Farm, Put marinica rata 50, Srednje Selo, T (00385) 91 233 2568
Auf Solta wächst der Dobricic (gespr. Dobritschitz), eine Ursprungssorte des berühmten amerikanischen Zinfandel-Weines. Wein wird in Solta eigentlich vor allem für den Eigenbedarf angebaut. Den Dobricic aber kann man erwerben - und natürlich vorher probieren: Bei Kastelanac in Gornje Selo lässt man sich den Wein schmecken und nimmt ihn ziemlich sicher danach mit.
Info: https://www.agroturizamkastelanac.com
Tauchtouren, Radtouren, Wanderrouten, Bootstouren & mehr
Die eine kroatische Welt sind Felsen, duftende Wälder, Buchten und süße Orte - die andere, nicht minder vielfältige Wrlt liegt in der Adria. Wer auf Solta abtaucht, der entdeckt jede Menge schillernder Meeresbewohner. Perfekte Adresse für Tauchprofis ebenso wie Anfänger ist das Leomar Diving Center. Es liegt am Privatstrand, direkt an einem der faszinierendsten Tauchplätze der Insel.
Leomar Diving Center, Riva Pelegrin 47, Stomorska, T 00385 021 658 302
Wer nicht sein eigenes Bike mitbringen möchte, der findet bei Discover Solta alles, was mobil macht - und jede Menge verlockender Tourangebote, geführt von Einheimischen.
Discover Solta, Put Grohota 16, Grohote, T 00385 98 983 6160
Aktivitäten, Veranstaltungen & allgemeine Infos bietet die Opcina Solta, das Tourismusamt der Insel.
#Opcina Solta, Soltanskih zrtava 14, Grohote, T 00385 21 654 657
Es gibt wundervolle Wanderrouten auf Solta - zwei beginnen direkt bei Villa Nusa: Die eine führt über einen kleinen Pfad an der Küste entlang bis zur Promenade von Necuhjam (ca, eine halbe Stunde), die andere durch Waldgebiet mit Meeresblick bis nach Stomorska (ca. 1 Stunde). Weitere tolleTouren findet man zum Beispiel bei Outdoor Active.
Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen
Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.